Sind unpasteurisierte Sojaprodukte roh?

Sind unpasteurisierte Sojaprodukte für die Rohkosternährung geeignet?

— fragt Peter aus Winterthur

Vielen Dank für die Anfrage.

Grundsätzlich gibt es keine rohen Sojaprodukte. Das liegt daran, dass die Sojabohne im rohen Zustand für uns Menschen sehr schwer verdaulich und sogar giftig ist. Man kann die Bohnen zwar keimen lassen, wodurch viele der Toxine abgebaut werden, aber selbst in diesem Zustand sollte man den Konsum in Massen halten. Sojabohnen werden also für jede Weiterverarbeitung (Tofu, Miso, Tempeh, Natto, Tamari usw.) immer gekocht, weil dadurch die Bohne viel einfacher verdaulich wird und die toxischen Stoffe zerstört werden. Streng gesehen gelten somit also keine Sojaprodukte als “roh” im eigentlichen Sinne.

Man kann jedoch unterscheiden zwischen gekochten, rohen und “lebendigen” Nahrungsmitteln. Als lebendig gelten Gekeimtes, Sprossen und fermentierte Produkte, sofern diese nicht pasteurisiert wurden. Lebendig sind fermentierte und unpasteurisierte Produkte deshalb, weil sie enzymatisch und mikrobiotisch aktiv sind. Traditionell werden solche Nahrungsmittel in vielen Kulturen als besonders leicht verdaulich und verdauungsfördernd geschätzt.

Sind nun also fermentierte, unpasteurisierte Sojaprodukte (wie z.B. Miso, Tamari, gewisse Sojaaufstriche usw.) für eine Rohkosternährung geeignet? Ja und nein. Nein, weil sie nicht wirklich roh sind und viele Rohköstler/innen gar kein Bedürfnis für solche Produkte haben. Ja, weil eine Rohkosternährung nicht zwingendermassen 100% roh sein muss, und viele Rohköstler/innen in bestimmten Zeiten (z.B. Umstellungsphase) oder auch dauerhaft ihre Ernährung mit fermentierten Sojaprodukten bereichern.

Ich hoffe, das hilft Ihnen einen Schritt weiter. Solange Sie keine Sojaunverträglichkeit oder -allergie haben, können Sie selber entscheiden, ob unpasteurisierte Sojaprodukte für Ihre eigene Rohkosternährung geeignet sind oder nicht.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. […] Sojaprodukte sind seltene Gäste in der Rohkostküche. Zu einem, hegen nur wenige ein prägnantes Verlangen danach; zum anderen, der Gesundheitsaspekt ist umstritten. Soja enthält starke Hormone. Diese können krebsfördernd sein, die Fruchtbarkeit stören und  Einfluss auf die Schilddrüse nehmen. Besonders gewarnt wird im Bezug auf Säuglinge. Studien berichten über eine starke Erhöhung des Krebsrisikos.  Des Weiteren ist eine Fermentierung von Lebensmitteln, nicht in allen Augen roh.  […]

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