9 Lebensmittel die bei Frühlings-Allergien helfen

Der Frühling ist in vollem Schwung und mit ihm die Allergie-Saison. In Europa leiden über 24% der Erwachsenen und 30-40% der Kinder unter einer Pollen-Allergie [Quelle]. Heuschnupfen, tränende Augen, verstopfte Nebenhöhlen, Niesanfälle und Juckreiz verleiden ihnen den Frühling. Der Grund für diese Symptome ist das eigene Immunsystem.

Immunsystem spielt verrückt

Die Aufgabe des Immunsystems ist es schädliche Krankheitserreger wie Bakterien und Viren zu vernichten. Bei AllergikerInnen stürzt sich das Abwehrsystem jedoch auf harmlose Fremdstoffe wie z.B. bestimmte Nahrungsmittel, Hausstaub, Tierhaare oder eben Blütenpollen. Solche Allergene sieht das Immunsystem fälschlicherweise als “gefährlich”, und lästige Niesanfälle und Augenjucken sind das Resultat einer übertriebenen Abwehrreaktion.

Haben Pollen-Allergien auch etwas mit Ernährung zu tun?

Obwohl aus streng wissenschaftlicher Sicht noch keine eindeutigen Aussagen über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Pollen-Allergien gemacht werden können, gibt es doch bereits einige interessante Anhaltspunkte.

Allgemein gesehen ist es interessant, dass viele Menschen von sich selber berichten, dass sie mit einer veganen und insbesondere mit einer rohköstlichen Ernährung ihre Allergien grösstenteils oder sogar gänzlich in den Griff bekommen. Das ist natürlich keine garantierte Folge solcher Ernährungsweisen, aber diese Erfahrungsberichte sind durchaus bemerkenswert. Erklären lässt sich dieses Phänomen in erster Linie wahrscheinlich dadurch, dass mit einer veganen und/oder rohköstlichen Ernährung bestimmte Nahrungsmittel die in Verdacht stehen Allergie-Symptome zu fördern, gemieden oder stark reduziert werden.

So steht z.B. laut einer neuen Studie der Konsum von Fleisch in Verbindung mit einem wesentlich erhöten Risiko für allergische Reaktionen. Erfahrungsgemäss wird auch der Konsum von pasteurisierter Milch und Milchprodukten (bzw. das Milchprotein Casein) in Verbindung mit verstärkten allergischen Reaktionen gebracht. So auch ein erhöhter Konsum von weiteren potentiell schleimbildenden Nahrungsmittel wie Getreide (bzw. Gluten), Eier sowie stark raffinierte und gezuckerte Produkte, die allgemein entzündungsfördernd wirken können.

Kreuzreaktionen mit gesunden Lebensmitteln

Ausserdem hilfreich zu verstehen in Zusammenhang mit Ernährung und Pollen-Allergien ist, dass es manchmal Kreuzreaktionen geben kann. Eine Kreuzreaktion ist eine Gruppen-Allergie auf ähnliche oder verwandte Proteine. Sie treten am häufigsten zwischen Lebensmitteln, Pollen und Latex auf, weil sich deren Proteine stark ähneln. Das heisst, wer z.B. auf Birkenpollen allergisch ist, kann auch auf Äpfel und Nüsse allergisch reagieren und umgekehrt.

Typische Kreuzreaktionen sind:

Birkenpollen-Nuss-Kernobst Syndrom

Birke, Erle, Hasel
(Januar–April)

Kern- und Steinobst (Apfel, Birne, Pflaume, Aprikose, Kirsche, usw.), Haselnuss, Walnuss, Mandel, Tomate, Karotte, Sellerie, Mango, Beeren, Anis, Pfefferminze, Curry, Avocado, Fenchel, Kiwi, Litchi.

Beifusspollen-Sellerie-Gewürz Syndrom

Beifuss
(Juli–August)

Sellerie, Karotte, Fenchel, Artischocke, Zwiebel, Knoblauch, Kamille, Pfeffer, Paprika, Peperoni, Lorbeer, Senf, Dill, Petersilie, Koriander, Kümmel, Anis, Sonnenblumenkerne.

Weitere typische Kreuzreaktionen

Gräser
(Mai–Juli)

Erdnuss, Kartoffel, Soja, Kiwi, Tomate, Melone, Getreide, Petersilie, Thymian, Curry, Hülsenfrüchte, Pfefferminze.

Wenn beim Essen von solchen gesunden Lebensmitteln ein Kribbeln im Gaumen, ein Brennen und Jucken im Mundbereich, oder gar eine Schwellung im Gesicht vorkommt, sollte man eine Kreuzreaktion in Betracht ziehen.

Gibt es auch Lebensmittel die bei saisonalen Allergien helfen können?

Ja, denn eine Ernährung reich an Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen kann das Immunsystem stärken, Entzündung im Körper hemmen und dadurch Allergiesymptome reduzieren.

Konkret können folgende Lebensmittel bei Allergien hilfreich sein:

1. Dunkelgrünes Blattgemüse
Menschen mit einem hohen Gehalt an Carotenoiden im Blut haben bedeutend weniger Allergien [Studie]. Carotenoide machen die gelblich bis rötliche Färbung z.B. in Gemüse wie Karotten aus. Noch reicher an gesundheitsfördernden Carotenoiden sind jedoch dunkelgrüne Blattgemüse, insbesondere Spinat, Grünkohl/Federkohl, Kohlblätter, Löwenzahn, Brennessel, usw.

2. Leinsamen
Omega-3-Fettsäuren wirken allgemein entzündungshemmend, und Menschen mit einem hohen Gehalt an Omega-3 Fettsäuren im Blut haben spezifisch auch weniger allergische Reaktionen [Studie]. Auch Chiasamen, Hanfsamen und Walnüsse sind gute pflanzliche Quellen von wertvollen Omega-3 Fettsäuren.

3. Meeralgen
Regelmässiger Konsum von Meergemüse kann das Risiko für Allergien bedeutend senken [Studie]. Meeralgen sind allgemein sehr nährstoffreiche und empfehlenswerte Lebensmittel. (Besonders bei der Kombu-Alge sollte aber darauf geachtet werden, dass sie nicht im Übermass konsumiert wird, wegen ihrem sehr hohen Jod-Gehalt. Ausserdem ist die Hiziki/Hijiki-Alge bekannt dafür, dass sie mit Arsen verunreinigt ist und deswegen spärlich konsumiert werden sollte.)

4. Miso
Leute die regelmässig Sojaprodukte und Isoflavone konsumieren (besonders Miso) haben weniger allergische Reaktionen [Studie]. Miso ist eine Würzpaste auf Basis von fermentierten Sojabohnen. Sie eignet sich z.B. zur Verfeinerung von Saucen und zum würzen von Suppen.

5. Dunkelrote und violette Früchte
Bei Allergien produziert das Immunsystem zuviel Histamin, welches die allergischen Reaktionen auslöst. Quercetin ist ein natürliches Anti-Histamin und wirkt entzündungshemmend. Daher können Lebensmittel mit einem hohen Quercetin-Gehalt möglicherweise bei Allergien helfen (noch nicht bestätigt). Quercetin findet sich vor allem in dunkelroten und violetten Früchten, wie z.B. rote Trauben, rote Äpfel, Brombeeren, Heidelbeeren usw. Aber auch Gemüse wie Zwiebeln, Brokkoli, dunkelgrünes Blattgemüse usw. enthalten Quercetin.

6. Weizenkleie
Viele AllergikerInnen leiden neben Pollen-Allergien auch an Asthma, denn dieses wird oft durch Heuschnupfen ausgelöst. Weizenkleie ist reich an Magnesium und kann möglicherweise helfen die bei Asthma verengten Atemwege zu erweitern und ähnlich wie ein Anti-Histamin wirken. Weitere Magnesium-reiche Lebensmittel sind z.B. Spinat, Mangold/Krautstil, Kohlblätter, Kürbiskerne, Sesamsamen, Paranüsse, Kakao, usw.

7. Sonne
Forschung weist auf eine Verbindung zwischen Vitamin D und Asthma hin. Daher kann es für AllergikerInnen mit Asthma-Problemen hilfreich sein, auf eine gesunde Versorgung von Vitamin D zu achten. Dies kann in erster Linie durch reichlich Sonneneinstrahlung auf die Haut erreicht werden. Natürlich ist es wichtig sich keinen Sonnenbrand einzufangen. Der Gebrauch von Sonnencreme ist jedoch nicht empfehlenswert, denn diese blockiert die für die Vitamin-D-Produktion benötigten UVB-Strahlen. Ist ausreichende Sonnenbestrahlung nicht möglich (weil es oft stark bewölkt ist, und/oder es unpraktisch ist an die Sonne zu gehen), kann Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel supplementiert werden.

8. Scharfes
Scharfe Gewürze, Chili, Meerrettich und Ingwer stimulieren die Schleimhäute und können so Allergie-bedingte Nasenverstopfung lösen. Ausserdem sind scharfe Gewürze allgemein reich an sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidantien die das Immunsystem stärken und entzündungshemmend wirken können.

9. Wasser
Gut mit Wasser versorgt zu sein ist allgemein wichtig für die Gesundheit. Reichlich Wasser zu trinken hilft aber auch konkret bei Allergien, um irritierte Schleimhäute zu beruhigen und Nasenverstopfung zu lösen.

Wie erleben Sie die Pollen-Saison? Helfen Ihnen eine Rohkost-Ernährung oder bestimmte Lebensmittel mit Allergien besser umzugehen oder diese gänzlich loszuwerden?

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Did you know it’s possible to be allergic to beer? In a recent study from Italy, they found a 45-year-old man who was indeed allergic to 36 different types of beer, and that there were two types he could safely drink.

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